Was will ich mit mir rumtragen?

Was will ich mit mir rumtragen? - The missing Tool

Wir alle tragen eine Vielzahl von Dingen mit uns herum – sei es direkt am Körper, in unseren Taschen oder in unseren Gedanken. Um in das Thema einzusteigen, werden wir uns mit den "Kulturen des Tragens" beschäftigen. Das beinhaltet die Untersuchung von Wann, Wie, Wo, Wer und Warum wir bestimmte Objekte bei uns tragen. Dabei werfen wir einen Blick auf das Tragen von Objekten, insbesondere im Zusammenhang mit Schmuck und anderen persönlichen Gegenständen des täglichen Gebrauchs, aus einer historischen, transkulturellen und transgeographischen Perspektive.
Das Verständnis für die Rolle physischer Objekte in unserem Leben, im Besonderen unserer Sinneswahrnehmung, unseren emotionalen Verbindung und kulturellen Identität wird angestrebt. Es dient als Ausgangspunkt für die Reflexion über unsere gegenwärtigen Gewohnheiten des Tragens, unsere persönlichen Erfahrungen mit den uns umgebenden Dingen, welche realen und symbolischen Aufgaben sie in der heutigen digitalen Ära erfüllen können.
In praktischen Workshops werden grundlegende handwerkliche Techniken der Material- und Metallbearbeitung, hauptsächlich im Bereich der Objekt- und Schmuckherstellung vermittelt. Dabei schaffen wir Raum für einen Austausch zwischen praktischen Ansätzen und konzeptionellen Überlegungen. Ein Dialog zwischen Materie und Idee wird angestrebt, um eine tiefere Verbindung zwischen körperlicher Erfahrung und intellektueller Reflexion zu erreichen. Zudem liegt der Schwerpunkt darauf, prozessorientiert zu arbeiten und individuelle experimentelle Bearbeitungsmethoden zu entwickeln. Dabei werden stets Fragen berücksichtigt, die auf die gestalterische Wirkung in Bezug auf den menschlichen Körper abzielen.

Dozierende
Monica Gaspar , Guy Markowitsch, Ilona Schwippel, Wiebke Meurer (Modulleitung)

Theoretische und praktische Inputs

Inputs Monica Gaspar
Thema Kulturen des Tragens
Transkulturelle, transgeographische Perspektive zum Thema “tragen” im Bezug zu Schmuck und auch andere persönliche Objekte des täglichen Gebrauchs)

Was ist und was kann zeitgenössischer Schmuck?
Diskussion in kleinen Gruppen, Vorwissen über Schmuck, Klischees sammeln, von Bling-Bling bis zum essbaren Bonbon Ketten, Smartphones oder Kronjuwelen.

Vortrag : Geschichte vom zeitgenössischen Schmuck (Eigenschaften, Themen, relevante Künstler: innen und Gestalter: innen usw.)

Vortrag:
“Faszination Werkzeug: Tools and Tooling”
Macht das “Tooling” uns zu Menschen? Ursprung der Menschheit? Wer baut sich sonst Werkzeuge? (Tiere, Insekten), Kontext und Rolle der DIY- Bewegung in der Designgeschichte, Werkzeuge verwandeln uns “automatisch” in Handwerker/Könner/Makers? Der “Whole Earth Catalogue”, die “Global Tools” Bewegung, Franco Clivio Sammlung von anonymen Werkzeugen in Zürich, Faszination ethnographische Werkzeuge, Idealisierung von einem verlorenen materiellen Wissen? Stellenwerk des Handwerks heute vs. Digitalisierung, usw.
-Übung “Tool Portraits”: eine Gebrauchsanweisung für ihre laufende Prototypen schreiben/zeichnen.

Input

Guy Markowitsch

Über Dinge nachdenken –
Aspekte der materiellen Kultur

Eine Auswahl dingtheoretischer Perspektiven werden vorgestellen, die unseren gewöhnlichen Umgang mit den Dingen erhellen. Zur Sprache kommen folgende Themen: Objektivität und Verlässlichkeit / Eigensinn und Tücke / Magie und Fetisch / Identität und Fiktion.
Input- Guy Markowitsch
Lektüre – Ursula K. Le Guin:
Die Tragtaschentheorie der Fiktion
Gemeinsam wird das einflussreiche Essay „Die Tragtaschentheorie der Fiktion“ der feministischen Autorin Ursula K. Le Guin gelesen. Nebst der genauen Lektüre und Diskussion nehmen wir uns auch die Zeit, im Text erwähnte popkulturelle Referenzen (z.B. Stanley Kubrick’s Eröffnungssequenz in „2001: A Space Odyssey“) zu visionieren.